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Projekthintergrund

Im Rahmen des ständig anwachsenden Tourismus in Hurghada hat sich auch das „Schwimmen mit Delphinen“ zu einem kommerziell geprägten Geschäftsfeld entwickelt und wird mittlerweile von einer Vielzahl von Anbietern vermarktet.

Diese Angebote stossen aufgrund der grossen Anziehungskraft, die die Delphine auf uns Menschen ausüben, verständlicherweise auf eine enorme Nachfrage und stellen eine beliebte Touristenattraktion in Hurghada dar.

 

 

 

 

Der Delphin-Tourismus vor Hurghada

Fanus West (< 20m Tiefe), ein Tauchplatz im Norden Hurghadas ist bekannt für das “Schwimmen mit wilden Delphinen”. Das Riff verfügt über zwei grosse Riffblöcke im Norden und Süden des Außenriffs, die das Tauchgebiet zusammen mit der Hauptriffwand markieren. Gerne suchen Delphine dieses Riffgebiet zum ausruhen auf. Manchmal schwimmen sie auch in die Lagune und interagieren mit Tauchern und Schnorchlern im inneren Bereich. Die Präsenz der Menschen im Wasser, sich an bestimmte Verhaltensregeln halten, scheint keinen negativen Einfluss auf die Delphine zu haben. Viel mehr scheinen die Boote ein Problem zu sein. Sobald Delphine gesichtet werden, folgen sie den Tieren ohne einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Oft fahren sie direkt in die Delphingruppe hinein, um Schnorchler oder auch Taucher ins Wasser abzusetzen.

Diese physikalische Belästigung kann für die Delphine sehr anstrengend und stressig sein, besonders Motorenlärm und Schraubengeräusche haben einen negativen Einfluss auf die Delphine und ihre Kommunikation. Für mehrere Stunden werden die Delphine von den Touristen- und Schnorchelbooten gejagt. Es scheint, als ob die Delfintouren-Anbieter keine Rücksicht auf die wilden Tiere nehmen, ihnen keinerlei Respekt erweisen und Verletzungsgefahren und Stress der Grossen Tümmler sogar in Kauf nehmen. Dieses unachtsame und respektlose Herumkreuzen ist nicht nur eine Gefahr für die Meeressäuger sondern auch für Taucher, die sich in diesem Tauchgebiet aufhalten.

Verschiedene Studien belegen, dass Touristenboote einen Einfluss auf das Verhalten der Meeressäuger haben. Eine Studie aus Zanzibar, Tanzania, demonstriert, dass die Bootspräsenz die Ruhezeit der Delphine mindert und demzufolge einen negativen langjährigen Effekt auf das Energiebudget und die Physiologie der Tiere hat (Christiansen F. et al., 2010).

Beobachtungen von 2004 bis jetzt demonstrieren, dass die Delphine das Riffgebiet Fanus West hauptsächlich besuchen, um zu ruhen. Zwischen Oktober 2009 und März - Mai 2010 konnte „Dolphin Watch“ zeigen, dass die Delphine dort signifikant mehr ruhen als andere Verhaltensmuster wie „sozialisieren“ oder „reisen“ zu zeigen (c2=0.01).

Dieses Resultat demonstriert zum einen die Wichtigkeit dieses Habitats für die notwendigen Ruhephasen der Delphinpopulation. Zum anderen müssen entsprechende Richtlinien für den Umgang mit den Tieren an diesem Ort entwickelt werden, die diesem Ruheplatz gerecht werden. Um langfristige, negative Folgen für die Gesundheit der Tiere zu verhindern, sind Richtlinien und Schutzprogramme für die Meeressäger in dieser Region dringend erforderlich.

Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass es bei dem Projekt „Dolphin Watch“ nicht darum geht, den Menschen die Möglichkeit zur Interaktion mit wild lebenden Delphinen zu verbieten. Ganz im Gegenteil gilt unser Interesse dem Ziel, diese Kontaktmöglichkeiten auch zukünftig sicher zu stellen und noch vielen Menschen zu eröffnen.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Delphine viel offener für die Begegnung mit uns Menschen sind, wenn man sich ihnen vorsichtig nähert und sie mit gebührendem Respekt behandelt. Dann zeigen sie sich, fangen an zu spielen und verweilen in menschlicher Gesellschaft. Bei einer zu schnellen Annäherung mit motorisierten Booten werden die Delphine unruhig und verlieren das Interesse an der Begegnung mit den Menschen.

Deshalb sind die von uns oft beobachteten Treibjagden auf die Delphine, bei denen die Schnorchel- und Tauchergruppen immer wieder mit den Booten in unmittelbare Nähe der Delphine herangefahren werden, meist kurz oder erfolglos. Die Gruppen werden wieder eingesammelt und das für die Delphine stressige Spiel beginnt von Neuem. Für die Zukunft ist ausserdem zu befürchten, dass die Delphine ihre natürlichen Ruheplätze für immer meiden werden, wenn sich dieses Verhalten der Menschen nicht ändert.

You will find a summary of the Dolphin Watch project in English language in the download area of the SWDF homepage or klick www.swdf.de/uploads/media/Dolphin_Watch.pdf and on the HEPCA homepage www.hepca.com/conservation/projects/dolphin-watch.

 
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