Spiritual World Diving Federation  

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Philosophie & Werte

Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser,
denn Wasser ist alles
und ins Wasser
kehrt alles zurück
Thales von Milet, griechischer Philosoph,
625 - 547 v. Chr.

 
 

Der Mensch in der Unterwasserwelt

Der Sprung vom Land ins Wasser bedeutet für uns Menschen, unsere normalen Lebenskonditionen komplett zu verlassen. Der Verlust der Schwerkraft des eigenen Körpers, die Entspannung unserer gesamten Körpermuskulatur und die Begegnung mit der Vielfalt unterschiedlichster Lebensformen in der Unterwasserwelt bieten uns ganz neue Erfahrungen auf physischer und psychischer Ebene.

Das Gefühl der eigenen Leichtigkeit und das freie Schweben im dreidimensionalen Raum, gepaart mit der Wahrnehmung der Schönheiten der Natur, fördern einen Zustand von Glück, Entspannung, Ruhe und innerem Frieden. Die erlebten Gefühle beim Tauchen wirken dadurch stabilisierend auf das persönliche Sicherheitsempfinden und sorgen für eine umfassend erlebbare körperliche und seelische Ausgeglichenheit.

Fortbewegung

Schon vor unzähligen Generationen hat unsere Gattung den Lebensraum Wasser verlassen, um sich an Land weiter zu entwickeln. So ist uns inzwischen die, in der Flüssigkeit notwendige Bewegungsmotorik verloren gegangen.                                                                                                                                                                 Erst mit dem Beginn des Sporttauchens hat eine Kultur begonnen, die wieder tief in das frühere Element eintritt. In nur einem halben Jahrhundert Wachstum zum Massensport arbeitet die Forschung und Tauchindustrie unermüdlich an der Entwicklung immer besserer Technologien und der Erweiterung unserer medizinischen Grenzen.

Der Bewegungsstil, an dem man angeblich einen guten Taucher erkennt, scheint sich jedoch in den Köpfen der Unterwasserfreunde so tief eingeprägt zu haben, dass eine Veränderung nicht mehr stattgefunden hat. So wirken und fühlen wir uns unter Wasser immer noch als Fremde in diesem Element. Naturkräfte wie starke Strömung scheinen unüberwindliche Gegner zu sein.

Immer wenn wir in der Entwicklungsgeschichte des Menschen an einen Punkt kamen, an dem es nicht mehr weiterging, bedurfte es neuer Wege. Nur eine Veränderung des herkömmlichen Verhaltens oder der gewohnten Technik konnten ein Weiterschreiten ermöglichen.                                                              Die Perfektion des menschlichen Körpers ist seine Anpassungsfähigkeit. Kaum ein anderes Lebewesen ist fähig, sich so vielen verschiedenen Lebensräumen unterzuordnen und sein Verhalten auf neue Bedingungen einzustellen. Hilfreich war uns dabei schon immer unser Beobachtungsvermögen und unser Talent zur Nachahmung. Auf diese Art begann sogar die Luftfahrtgeschichte, indem die ersten Pioniere die Vögel beobachteten und ihnen ihre Flugmodelle nachempfanden.

Beim Tauchen können wir eine ähnliche Entwicklung verfolgen, die zum Beispiel unsere Fußbekleidung, die Flossen, mit sich brachte.                                                                                                                                       Da der Mensch jedoch ein Landlebewesen ist und seine Begegnung mit dem Wasser über Jahrtausende nur an der Oberfläche stattfand, übernahm er seinen hier erworbenen Schwimmstil auch unter Wasser. So verglichen wir unsere plump aussehende Erscheinung beim Tauchen eher mit Amphibien als mit Fischen. Schon in den Anfängen des Tauchens entstand die Bezeichnung vom Froschmann.

Der meist verbreitete Fortbewegungsstil unter Wasser, der Flossenschlag mit gestrecktem Bein und vor der Brust verschränkten Armen, ist auch heute noch das angebliche Erkennungszeichen für einen guten Taucher.   Die dreidimensionale Bewegungsmöglichkeit unter Wasser verlangt jedoch ganz andere Techniken als beim Schwimmen an der Oberfläche. Ein in Flüssigkeit getauchter und austarierter Mensch hat in diesem Element die Möglichkeit in ihm zu schweben und hindurch zu schlüpfen. So haben wir - wie die Fische oder einem Vogel in der Luft gleich - die Möglichkeit, in alle Richtungen einschließlich nach oben und unten zu gleiten.                           Der von der Evolution in diesem Element perfekt entwickelte Körper der Fische, sollte uns als Vorbild dienen.

Die fließende Bewegung der Fische ist die wohl günstigste Fortbewegung im Wasser. Am ähnlichsten sind dem Menschen von der Körperform und der Bewegungsmöglichkeit jedoch die im Wasser lebenden Säugetiere, wie Wale, Robben oder Seekühe. Die als Delphinstil bezeichnete Fortbewegung kommt dabei der fließenden Bewegung der Fische am nächsten.

Perfekte Bewegung unter Wasser ist Drehen nur aus dem Körper heraus und in Wellenbewegungen gleiten. So zu tauchen wird zum akrobatischen Tanz, der durch konzentrierte Atmung (Spiel mit dem Lungenvolumen) vollendet wird. Jetzt gibt es kein Oben und Unten mehr und die Strömung an den Korallenriffen wird zur Inspiration für einen spielerischen Umgang.

Mit diesen Erfahrungen und Gefühlen wird der Taucher zum Aquanauten, der mit müheloser Leichtigkeit ganze Riffgebiete durchstreift, mit Fischschwärmen in der Strömung steht oder von Delphinen akzeptiert in der Horde mitzieht.

Meditation

Meditation ist Training der Konzentration.                                                                                                             Unter Wasser sind zum Beispiel Schwebeübungen in allen Variationen und Stellungen als Konzentrations- sprich Meditationsübungen zu bezeichnen. Allein schon die kontrollierte Atmung zum Halten der Tiefe fördert die körperliche und geistige Entspannung. Perfektes entspanntes Schweben ist Voraussetzung für Fortgeschrittene, zum wirklichen Genuss bei Drifttauchgängen, beim Kontakten von Meereslebewesen und zur Meditation an den oft geradezu traumhaften Korallenformationen.

Meditieren bedeutet, den ständigen Strom der Gedanken zu senken und nicht, wie die meiste Zeit, an Vergangenes zu denken oder über in der Zukunft liegendes zu sinnen. Hierzu gehören auch die Gedankenzüge, warum wir jetzt gerade etwas tun und was wir dadurch erreichen, fühlen oder erleben möchten. Nur wenn wir uns darauf konzentrieren, das Wesentliche zu fühlen, können wir uns wirklich im Moment befinden und diesen unvoreingenommen realisieren. So führt uns Meditation letztendlich dazu, hundertprozentig bewusst den Moment zu leben.

Jetzt können wir das Schauspiel sehen und verstehen, welches die Schöpfung für uns inszeniert. Mit geschlossenen Augen wird es visuell und mit geöffneten auf der Bühne des Lebens erscheinen. Dieser Moment ist begreifbare Unendlichkeit, in der wir uns und alle anderen Lebewesen als das unvergängliche Leben selbst verstehen.

Für einen sehr belesenen Spirituellen ist es sicherlich in kürzester Zeit möglich, herauszufinden, um welche Art von Yoga es sich hierbei handelt. Solch eine Erfahrung zu machen, hat jedoch nichts mit einer der vielen Religionslehren zu tun, der größte Lehrer ist das Leben selbst.

Natürlich ist Meditation in jeder Form relaxend und fördert unser Wohlbefinden, denn es führt für eine Zeitlang heraus aus dem gewohnten Alltag. Wie weit wir dabei jedoch wirklich vorstoßen zu uns selbst, ist allein abhängig von unserem Willen. Dies gilt für die Konzentration während der Meditation, als auch für unser Wirken und Handeln im täglichen Leben. Nur wenn geistige und materielle Welt in Harmonie sind, erhalten wir das Geschenk der wahren Begegnung. Sie ist für unser Bewusstsein der einzig glaubwürdige Schlüssel zu Erkenntnis.

Die märchenhaften Unterwasserlandschaften mit ihrer Fülle an Leben haben auf jeden, der sie betritt, eine bewusstseinsverändernde Wirkung.                                                                                                                    Ohne Gedanken wie Erwartungen und Spekulationen haben wir die Möglichkeit, in dieser von Menschen oft gänzlich ungestörten Welt, natürlich ablaufende Begegnungen mit uns selbst und anderen Lebensformen zu erfahren.

Verantwortungsbewusstsein

Die SWDF ist eine unabhängige Gemeinschaft für Menschen, die den Tauchsport bei höchstem Komfort und höchster Sicherheit für sich und die Umwelt genießen möchten. Spiritualität bedeutet für uns, einen respektvollen und fürsorglichen Umgang mit allen Lebensformen.

Um auch in Zukunft noch vielen Menschen die vielfältigen Dimensionen des Tauchens und die Schönheit der Unterwasserwelt nahe bringen zu können, bedarf es neben einem fürsorglichem Tauchtourismus auch einer intensiveren und naturbezogeneren Ausbildung von Tauchern und solchen, die es werden wollen.

Die SWDF möchte allen Tauchern und der gefährdeten Unterwasserwelt in gleicher Weise dienlich sein. Den Tauchern, indem wir ihnen vielleicht noch nicht bewusst entdeckte Entspannungs- sowie Erlebnismöglichkeiten eröffnen und zum experimentieren einladen. Der Natur, indem wir unseren Tauchern dabei helfen, sich noch sicherer unter Wasser zu bewegen.

Diese Voraussetzung zu erfüllen und ein harmonisches Zusammenspiel von Mensch und Natur, sowohl heute, als auch in Zukunft möglich zu machen verstehen wir als Verpflichtung der SWDF.

 
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