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02.03.2015

Tauchen im ägyptischen Winter in Hurghada - Viel Meer als nur ein Wintermärchen

Die Monate Januar, Februar und oft auch noch der März sind mit einer Durchschnittsages- und Wassertemperatur von um die 21 Grad die kältesten Monate in Hurghada. Nichts desto trotz konnten wir gerade in den letzten zwei Jahren bemerken, dass die Temperaturen doch deutlich angestiegen sind. So hatten wir Wassertemperaturen von 23-24 Grad und die Tagestemperaturen erreichten letztes Jahr im Februar Höchstwerte von 28 Grad und dieses Jahr im Januar sogar 29 Grad. Da wir jeden Tag im Wasser sind, tauchen wir in diesen Monaten mit 7mm Neopren, einem Unterzieher oder Eisweste und Kopfhaube. So ausgerüstet frieren wir selbst bei unseren berühmt, berüchtigten langen Tauchgängen von meist über einer Stunde nicht. 

Die Taucherlebnisse in den kühleren Monaten sind ganz anders als in den Sommermonaten und in der Hochsaison. Dies hat zum einen natürlich erst einmal damit zu tun, dass das Meer von viel weniger Ausflugs- und Tauchbooten befahren wird und zum anderen liegt es an den klimatischen Verhältnissen (kälteres Wasser und andere Lichtbedingungen). Während das kältere Wasser vor allem für eine große Anzahl an Sichtungen von Großfisch sorgt, tauchen die Lichtbedingungen gerade beim zweiten Tauchgang so manches bekannte Riff in einen fast mystischen Ort, der dann über eine komplett andere Anmutung verfügt und fast etwas Magisches an sich hat .

Über mangelnde Begegnungen mit Großfisch konnten wir uns in den letzten zwei Monaten wahrlich nicht beklagen. So hatten wir allein sechsmal Hai-Begegnungen und auch die Begegnungen mit den nahen verwandten der Rochen wollten kein Ende nehmen. Federschwanzstachelrochen, Leopardenrochen, Adlerrochen, Torpedorochen, Mangroven-Stechrochen und sehr selten, sogar ein Manta kreuzten unsere Wege. Wir können also sagen, die ganze Welt der Rochen schwamm uns vor der Maske rum. Einmal sogar acht Adlerrochen im gemeinsamen Formationsflug. Dazu dann noch extrem große Thunfische, die man nur zu dieser Zeit zu Gesicht bekommt und dicke Zackis und Napoleons. Auch die Delphine haben wir oft getroffen, da sie aufgrund des geringeren Betriebs auf dem Meer natürlich nicht so oft gestört werden und deshalb gerne mal auf einen gemeinsamen Unterwasser-Spaziergang vorbei schauen. Wir hatten sogar das Glück 3 Seekühe an der Wasseroberfläche sichten zu können, diese Tiere sind wirklich sehr selten bei uns und wir freuen uns sehr, dass ein Baby mit dabei war. Auch Buckelfinnen-Delfine konnten wir schon mehrmals sichten. Sogar vor unserem Strand und auch in der Bucht in der wir uns befinden. 

Weitere Besonderheiten und immer wieder total beeindruckend sind die riesigen Schwärme. Zu keiner Zeit im Jahr haben wir so viele und so große Schwärme, angefangen bei den kleinen Ährenfischen, über Sardinen bis hin zu den Schwärmen an großen Barracudas und Hornhechten. Wir erinnern uns besonders an einen gigantischen Schwarm von Gelbflossen –Barracudas, wo wir plötzlich dachten es sei Nacht, weil es vor lauter Fisch um uns rum plötzlich ganz dunkel wurde.

Interessant zu beobachten in dieser Zeit sind auch die sich immer wieder neu bildenden Jagdgemeinschaften, die dann gemeinsam den Schwärmen nachstellen. Wir konnten Gemeinschaften aus grossen Forellenzackis und Dickkopfmakrelen beobachten, die dann noch teilweise von großen Napoleons unterstützt wurden. 

In der letzten Zeit waren wir oft das einzige Boot am Riff und deshalb vermuten wir, dass dies der Grund ist, warum wir gerade in der letzten Zeit so viele Schildkröten und Octopusse sichten durften, wie lange nicht mehr. Weil in den Wintermonaten auf dem Meer nicht so viel los ist, fahren wir in dieser Zeit auch gerne mal die verschiedenen Wracks an, die man im Rahmen eines Tagestrips erreichen kann und die man dann auch alleine betauchen kann. Wir haben vier Wracks vor Hurghada, die man gut erreichen kann und jedes für sich hat eine eigene Geschichte zu erzählen. Wir waren vor ein paar Wochen nach längerer Zeit mal wieder da und es war traumhaft. Allein so ein Wrack mit den unterschiedlichen Aufbauten sieht ja schon bizarr aus, aber wenn es dann noch so speziell bewachsen ist und eine neue Heimat für diverses Leben bietet ist es noch mal mehr wie ein eintauchen in eine fremde Welt. 

Allen, die es zeitlich einrichten können und sich nicht von den etwas kühleren Temperaturen abschrecken lassen würden wir ruhig auch mal einem Besuch im Winter bei uns empfehlen. Nicht nur weil das Meer dann noch mal, ganz andere, neuartige Erlebnisse zu bieten hat, sondern auch weil es zu dieser Zeit einfach im gesamten ruhiger in Hurghada und an den Riffen zugeht und die Preise für Flüge und Hotels fast schon unverschämt günstig sind. Aber ganz unabhängig davon, wann Ihr kommt, wir freuen uns immer über Euch und sorgen dafür, dass wir es uns schön machen und Ihr Euren Besuch bei uns genießen werdet…

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